Design Thinking

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Design Thinking

Design-Thinking bringt den Unternehmen eine Vielfalt neuer Denkstrukturen und eine neue Denkkultur, um sich auf die grundlegend verändernden Kundenerwartungen zu orientieren und diesen Wandel proaktiv mitzugestalten (Gerstbach 2017, S. 34).

Vorgehensmodell

Der Design-Thinking-Prozess besteht aus vier Kernphasen, die je nach Anwendung um weitere drei Phasen erweitert werden können.

  1. Einfühlen: In dieser Beobachtungsphase geht es darum, das Problem aus unterschiedlichen Perspektiven – direkt vor Ort beim Kunden – zu betrachten und die wahren Ursachen zu entdecken. „Was die Menschen wirklich tun“ ist entscheidender als „was sie behaupten zu tun.“  Die Gedanken, Gefühle und Motivationen der Kunden können mit geeigneten Fragestellungen analysiert werden. Das Ziel ist es, die Motivation für das Handeln zu erkennen und daraus Lösungen abzuleiten. Die vielen Informationen aus der Beobachtung der verschiedenen Handlungs- und Verhaltensmuster können in Form von Personas verdichtet werden. Sie repräsentieren die Bedürfnisse und Erwartungen einer spezifischen Zielgruppe.
  2. Definieren des Problemfeldes: In dieser Phase wird in der Folge von Fragestellungen, Forschungen und Überprüfungen das Problem identifiziert und klar definiert. Hierfür stehen mehrere Methoden zur Verfügung: Auf den „Insight-Cards“ werden wichtige Erkenntnisse aus allen Phasen des iterativen Prozesses festgehalten und in einem „Affinitätsdiagramm“ gruppiert. So können Zusammenhänge und Abhängigkeiten sichtbar gemacht und Muster entschlüsselt. Der „Point of View“ (PoV) beginnt mit offenen Fragen: „Was wäre, wenn?“ oder „Wie können wir?“, um lösbare Herausforderungen zu entdecken, die mit der „Critical Reading Checklist“ nochmals hinterfragt werden, um sicherzustellen, ob das Problem innerhalb der Rahmenbedingung korrekt formuliert ist.
  3. Ideen generieren: Durch verschiedene Perspektiven auf das Problem und dem Einsatz veränderter Methoden sollen so viele Lösungen und Ideen kollaborativ erarbeitet werden, die sich von den bisherigen Ansätzen deutlich unterscheiden. „Die kollektive Perspektive und die unterschiedlichen Stärken in Ihrem Team erhöhen das Innovationspotenzial Ihrer Lösung um ein Vielfaches.“ (Gerstbach 2017, S. 88). Für die Entwicklung von Ideen können bewährte Methoden eingesetzt werden: Wortassoziationskette (Finden von Assoziationen zum Ausgangsbegriff) (vgl. Gerstbach 2017, S. 89), 6-3-5-Methode (6 Teilnehmer, 3 Ideen, 5-mal wiederholen) (vgl. Gerstbach 2017, S. 91), SCRAMPER (Checkliste für den methodischen Perspektivwechsel) (vgl. Gerstbach 2017, S. 93) und Entscheidungsmatrix (strategische Analyse zur Entscheidungsfindung) (vgl. Gerstbach 2017, S. 95).
  4. Experimentieren: In dieser Phase werden aus den Ideen zunächst Prototypen für Lösungen erstellt, um zu verifizieren, inwieweit das Problem gelöst werden kann (Gerstbach 2017, S. 54). Mit Hilfe der Prototypen können die Ideen visualisiert und greifbar gemacht werden (Gerstbach 2017, S. 99). Die Kunden haben damit die Gelegenheit, die Lösung im realen Umfeld testen. Aus der Beobachtung über den Umgang und die Handhabung können weitere Schlüsse gezogen und als neue Ansätze oder Ideen in die Weiterentwicklung eingebracht werden (Gerstbach 2017, S. 106).

Design-Thinking fördert die ganzheitliche kundenorientierte Zusammenarbeit der Teams, die eine Silo-Mentalität bisher verhindert und die Effizienz der Prozesse und Projekte eingeschränkt hat (Gerstbach 2017, S. 132). Die Chance für das Unternehmen liegt in der Erweiterung der Fähigkeit, innovative Lösungen für bisherige und neue Zielgruppen zu finden. Das Vorgehensmodell kann iterativ angewendet werden, bis das gewünschte Resultat den Vorstellungen des Teams und denen der Kunden entspricht (Gerstbach 2017, S. 121).

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